Chronische Müdigkeit, Schlafstörungen und Lebensqualität bei Patienten mit onkologischen Therapien: was kann eine Misteltherapie leisten?
Prof. Dr. med. Harald Meden / Ingrid Gerhard


Die Lebenserwartung nimmt zu, Krebserkrankungen werden häufiger diagnostiziert, onkologische Therapien werden zunehmend multimodal eingesetzt und die Überlebens-zeiten nehmen zu. Die Intensivierung onkologischer Therapien in den letzten Jahren hat wesentlich zur Verbesserung onkologischer Therapieresultate beigetragen. Spiegelbildlich hierzu ist eine Zunahme von Nebenwirkungen eingetreten, so dass die Optimierung der Lebensqualität onkologischer Patienten eine wachsende Herausforderung ist.
Parallel zu der Entwicklung und Einführung neuer onkologischer Substanzen und neuer onkologischer Therapiekonzepte ist die wissenschaftliche Datenbasis zu Komplementärmedizin und Naturheilverfahren grösser geworden. Gleichzeitig haben die Anfragen seitens der Patienten zu diesen Themen zugenommen. Neu hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Programm zur Förderung der Komplementärmedizin einwickelt.
Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. 80 – 90 % aller Patientinnen mit Brustkrebs setzen – zumeist in Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung – komplementärmedizinische Methoden ein. Die dabei am häufigsten verwendete Behandlung ist die Therapie mit Mistelextrakten (Viscum album extracts, VAE). Ziel der oft parallel zu schulmedizinischen Behandlungen eingesetzten Misteltherapie ist dabei zumeist die Verminderung von Nebenwirkungen und die Optimierung der Lebensqualität.
Die zur Therapie verwendeten Mistelextrakte bestehen aus einem Gemisch von Wirkstoffen. Zu den Wirkstoffen der Misteltherapie gehören die intensiv erforschten Mistellektine 1 und 2 sowie Viscotoxine und Triterpene, Diese pharmakologisch wirksamen und als Arzneimittel eingesetzten Inhaltsstoffe bewirken, dass die Gesamtextrakte aus Viscum album auf Zellen des Immunsystems wirken. Von besonderem Interesse ist momentan die Erforschung der Triterpene.
Die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen zur Misteltherapie erfolgten bisher bei Frauen mit Brustkrebs: Durch zahlreiche Untersuchungen ließ sich eine wachstumshemmende Wirkung von Brustkrebszelllinien durch Mistelextrakte nachweisen. Klinische Studien zeigten, dass die Misteltherapie die subjektiven und objektiven Nebenwirkungen der Chemotherapie und der Strahlentherapie reduzieren konnte. Zudem konnte eine bessere Lebensqualität gemessen werden. Es gibt Hinweise dafür, dass das Überleben der Frauen mit Brustkrebs verlängert werden konnte, wenn eine Misteltherapie eingesetzt wurde. Die Verbesserungen bezogen sich auch auf den Umgang mit der Erkrankung, chronische Müdigkeit, Schlafqualität, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen, Depression, Arbeitsfähigkeit und Schmerzen.
Der Autor
Prof. Dr. med. Harald Meden
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, FMH
Praxis am Bahnhof
Dorfstraße 43
CH-8630 Rüti ZH
und
Swiss Institute for New Concepts and Treatments (SINCT)
E-Mail: hmeden@sinct.ch
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